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Kaum ein Begriff wird so häufig falsch gebraucht wie der Begriff des dominanten Hundes. Zu diesem Thema geistern jede Menge Halbwahrheiten durch die Hundehalterszene.

Verhaltensbiologisch korrekt sind folgende Aussagen:

Den dominanten Hund gibt es nicht! Dominanz entwickelt sich immer im Verhältnis von zwei Lebewesen untereinander.

 

Zum dominanten Hund gehört auch immer ein subdominantes Gegenüber, das die Dominanz des anderen freiwillig anerkennt. Man spricht aber auch erst dann davon, dass Hund A gegenüber Hund B dominant ist, wenn sich dieser etwa 30 mal bei Konflikten durchgesetzt hat.

 

Dominanz ist demzufolge keine Eigenschaft, sondern die Beschreibung einer ganz speziellen Beziehung!

 

 

Verhaltensbiologisch falsch sind demzufolge folgende Aussagen:

 

Mein Hund legt sich mit allen Hunden an und versucht, sie unterzubuttern, der ist total dominant!

Falsch: Dieser Hund versucht, seine Stärke auszuloten. Ihm fehlt die nötige Souveränität und die notwendige Führung durch Sie!!

 

Der Hund knurrt er an der Futterschüssel oder weigert sich, die Couch oder das Bett zu verlassen. Dominant?

Nein! Der Hund zeigt im Zweifel eine sogenannte Ressourcenaggression. Vorsicht! Sie haben da tatsächlich ein ernst zu nehmendes Problem. Mit Dominanz hat das aber in der Regel nichts zu tun!

 

Bei den geschilderten Problemen sollten Sie dringend unsere fachliche Hilfe in Anspruch nehmen! Vor allem müssen Sie Ihrem Hund seine Grenzen klarmachen.
Aber das ist keine Frage der Dominanz!