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Lieber Hund – böser Hund

Auch ein ganz schwieriges Thema. Wir wollen hier zunächst mal unterscheiden.

Hunde, die gegenüber Menschen "böse" sind

Gehen wir mal von einem gut sozialisierten Hund aus, der bei einem guten Züchter im Familienverband aufgewachsen ist, während der Sozialisationsphase positive Erfahrungen mit aller Art von Menschen gemacht hat und keine körperlichen Beschwerden, wie Schmerzen oder Unwohlsein hat.

Ist der Hund, der knurrt, böse? Was erwarten wir von unseren Hunden? Was alles muss sich ein Hund gefallen lassen und wie darf, soll er äußern können, wenn es ihm zuviel ist? Oder hat er dazu kein Recht?

 Okay, es gibt richtige Gemütshunde, über die auch ein Kleinkind drüberrobben kann, ihm Murmeln in die Nase stecken kann und ... und ... und ....

 Ist es nicht so, dass wir in Wirklichkeit nicht einschätzen können, was nach dem Knurrer passiert und den Hund deswegen schon strafen?

 Ist es nicht so, dass wir Hunde Situationen aussetzen, die die Hunde schlichtweg überfordern?

 Ist es nicht so, dass wir die Hunde vermenschlichen und von Ihnen menschlich soziales Verhalten erwarten? Wobei die Frage erlaubt sei, wie sozial sich Menschen tatsächlich verhalten, wenn es mal ans Eingemachte geht!!!

 Was ist aber nun mit den vielen Hunden, die knurren, weil sie in Wirklichkeit Angst haben??? Sie haben erfahren, dass sie sich das Objekt ihres Misstrauens mit Knurren und Bellen vom Leib halten können.

 

Solche Hunde sind mit Vorsicht zu genießen! Hier kann nur ein Fachmann helfen.

 

 


Hunde, die sich "nicht mit anderen Hunden vertragen"

Gehen wir wieder von einem gut sozialisierten Hund aus, der bei einem guten Züchter im Familienverband aufgewachsen ist, während der Sozialisationsphase positive Erfahrungen mit aller Art von Hunden gemacht hat und keine körperlichen Beschwerden, wie Schmerzen oder Unwohlsein hat.

Nun muss man sich wieder fragen, was wir eigentlich von unseren Hunden erwarten dürfen. Mögen Sie jeden Ihrer Mitmenschen? Wie darf ein Hund einem anderen zeigen, dass er mit ihm keinen Kontakt will?

Normale Hunde verfügen über ein ausreichendes Kommunikationsrepertoire, um sich Artgenossen gegenüber verständlich zu machen ... aber diese Kommunikation läuft nun mal nach hundlichen Regeln ab und nicht nach unseren!

Zur hundlichen Kommunikation gehört jede Form der Körpersprache sowie des Ausdrucksverhaltens von Hunden: sich abwenden, den anderen ignorieren, Knurren, Zähne zeigen, sich groß- und steifmachen, Pfote oder Kopf auf den Rücken des anderen legen, Fixieren usw.

All diese Signale dienen der Kommunikation und sind dazu da, eine ernsthafte Konfrontation zu vermeiden.

Darüber hinaus sollten wir uns ein für allemal abschminken, dass wir alle Nuancen der soeben zwischen zwei Hunden stattfindenden Interaktion mitbekommen haben. Stattdessen müssen wir uns fragen, ob nicht wir daran schuld sind, wenn eine Situation eskaliert: Wenn wir schreien, den Hund an der Leine zurückziehen, ja ihn vielleicht anfassen, um ihn zu beruhigen, kommt bei unserem Hund etwas ganz anderes an. Wir signalisieren unserem Hund, dass wir Stress haben, vielleicht sogar Aggression zeigen, und der Hund versteht das als Anfeuerung oder zumindest fühlt er sich im Recht und unterstützt.

Wir sollten mehr Vertrauen in unsere Hunde setzen, dass sie eine Situation auch mal ohne uns lösen können und eine Situation entzerren, indem wir uns zügig entfernen. Ein Hund, der sich plötzlich auf sich alleine gestellt sieht, überlegt es sich zweimal, ob die Sache eine Rauferei wert ist.

Dennoch hat Ihr Hund zu begreifen, dass er sich an der Leine zu benehmen hat!
Sie wiederum müssen Ihrem Hund klarmachen, dass es Ihre und nicht seine Aufgabe ist, Konflikte zu lösen!

Und wenn Sie einen richtigen Raufer haben?? Dann sind Beißkorb und Schleppleine Pflicht!

Bitte kontaktieren sie uns, wir helfen Ihnen gerne!